Nachrichten aus dem Hegering Katzenelnbogen

Hegeringversammlung

Kreis und Jagdverband arbeiten Hand in Hand – Jagdsteuer gesenkt

Knapp 90 Jägerinnen und Jäger sind im Hegering Katzenelnbogen organisiert, rund 70 kamen zur Hegeringversammlung ins Bürgerhaus in Bremberg, um sich über den aktuellen Stand rund um die Jagd zu informieren. Mit dabei: Verbandsbürgermeister Harald Gemmer.

Den Anfang machte Andrea Zöller, Kreisverwaltung Rhein-Lahn, die in komprimierter, verständlicher Form, unterstützt durch Fotos und Grafiken, einen Überblick aller Arbeitsvorgänge zum Thema Trichinenuntersuchung gab, Fragen aus der Versammlung beantwortete und auf den Termin des nächsten Kurses am 18. April hinwies.

 

Kreisveterinär Dr. med. vet. Gerwin Dietze, seit 1991 als Tierarzt tätig, informierte über die derzeitige Situation bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP), eine für Wild- und Hausschweine absolut tödliche Erkrankung, die allerdings auf den Menschen nicht übertragbar ist. Definition, Krankheitsbild, Rechtsgrundlagen für zu ergreifende Maßnahmen, Datenmaterial / Historie, Planungen für den Ernstfall und ein Resümee / Ausblick waren die Bausteine seines informativen Vortrages mit zum Teil dramatischen Einzelheiten.

 

Offensichtlich waren Speisereste aus Afrika zur Weiterverarbeitung als Schweinefutter in den Schwarzmeerraum transportiert worden, die dann zur Infektion führten. Die Krankheit nahm ihren Lauf über die baltischen Staaten, Polen (wo sie sich immer noch weiter ausbreitet) und Tschechien. Dort ist es offensichtlich gelungen, die ASP zu stoppen. Inzwischen gibt es auch Fälle in Belgien nahe der deutschen Grenze – höchstwahrscheinlich durch Menschen (Lebensmittel, Reiseverkehr etc.) eingeschleppt. Für Rheinland-Pfalz gibt es einen Maßnahmenplan, dessen Grundstruktur durch verschiedene Teams mit genau definierten Einsatzbereichen gebildet wird. Dr. Dietze: „Der Jägerschaft kommt eine besonders wichtige Rolle zu; alle Gruppen (Revierpächter, Jäger, Landwirte, Verwaltung usw.) müssen zusammenarbeiten".

Hegeringleiterin Rita Berninger listete in ihrem Jahresbericht die zahlreichen Aktivitäten auf, die im Hegering umgesetzt wurden und werden. Neben den monatlichen Stammtischen mit regem Austausch wurden u.a. Erste-Hilfe-Kurse (für den Einsatz bei Mensch und Hund) und Schießtraining angeboten, eine stilvolle Hubertusmesse in Klingelbach zelebriert und ein Besuch der größten europäischen Jagdmesse in Dortmund organisiert. Hinzu kamen zahlreiche Einsätze der Bläsergruppe bei freudigen und traurigen Anlässen. Sie dankte den Vorstandsmitgliedern, der Bläsergruppe und allen, die sich an den Einsätzen beteiligt hatten, für ihre Unterstützung.

Stellvertretender Hegeringleiter Matthias Meister informierte über die im Jagdjahr erzielten Strecken der 29 Reviere im Hegering: Erlegt wurden 374 Wildschweine, 647 Stück Rehwild, 79 Stück Damwild und 12 Stück Muffelwild. Die 3 stärksten Rehböcke kamen aus den Revieren Bremberg, Seelbach und Oberfischbach.

Kreisjagdmeister Rüdiger Klotz gab einen Überblick über die allgemeine Situation bei den im Hegering vorkommenden Wildarten. Er ging nochmals auf das Thema ASP und die in diesem Zusammenhang durchgeführte Alarmübung ein, zu der er ein Protokoll mit den daraus resultierenden Folgerungen vermisst. Er machte darauf aufmerksam, dass für Muffelwild nach wie vor der Totalabschuss (im Rahmen der Jagdzeiten) gilt, von verunfalltem oder verendeten Schwarzwild Proben genommen werden müssen und jeder überfahrene / auffällige Fuchs zur Untersuchung eingeschickt werden muss; dafür gebe es als Entschädigung Prämien.

Kreisgruppenvorsitzende Angela Warkentin konnte Positives berichten. So gibt es jetzt beim Schießplatz Hahnstätten eine Nutzungsvereinbarung mit den zwei Vereinen, die das Schießstandgelände ebenfalls nutzen und in der u.a. die Kostenaufteilung für Investitionen und Entsorgung geregelt ist.

Erfreulich auch für Revierpächter im Rhein-Lahn-Kreis ist die Tatsache, dass der Kreis die Jagdsteuer von 20 % auf 10 % gesenkt hat. Sie dankte den Verantwortlichen für dieses nicht selbstverständliche Entgegenkommen.

Die vakanten Positionen in den Bereichen Jungjäger-Ausbildung und Jagdhundewesen konnten kompetent besetzt werden. Für die Jagdhundeausbildung wird im Raum Kastellaun im Frühjahr 2020 ein Schwarzwildgatter zur Verfügung stehen. Abschließend forderte Warkentin die Jägerschaft auf, sich unbedingt am Monitoring (Rebhuhn / Fasan) / Wildinformationssystem zu beteiligen: „Wir sind die Fachleute!"

Das Thema Sicherheit steht bei der Jagd an erster Stelle. Deshalb kam auf die Tagesordnung der Hegeringversammlung auch ein Vortrag von Klaus Frey, Mitarbeiter des Dienstleistungszentrums Mitte der „Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau". Dass Jäger gesetzlich unfallversichert sind, ist nicht Allen bekannt. Gleiches gilt für die Tatsache, dass nicht nur Unfälle bei der Ausübung der Jagd, sondern auch bei damit zusammenhängenden Tätigkeiten gegeben ist (z.B. bei der Jagdhundeausbildung, dem Freischneiden von Hochsitzen usw.). Der Referent informierte über die Definition des Begriffs „Arbeitsunfall", nannte (erfreulicherweise rückläufige) Unfallzahlen, Unfallschwerpunkte und Kosten diverser Unfälle, die schnell in den sechsstelligen Bereich gehen. In Kurzfilmen wurden Anleitungen für sichere Jagdabläufe, jagdliche Einrichtungen und Arbeiten im Revier und die dabei notwendige Arbeitskleidung gegeben.

Den musikalischen Rahmen für die themenreiche Versammlung bildete die Bläsergruppe „Brunnenburg" unter der Leitung von Hornmeister Rolf Gemmer.

 

 


Ergebnis revierübergreifende Fuchsjagd
Leider war die diesjährige Beteiligung zum Abschluss der Fuchsjagdwoche enttäuschend.
Lediglich 4 Füchse aus den Revieren Herold und Oberfischbach wurden zur Strecke gelegt. 4 weitere Füchse vielen in den Revieren Attenhausen und Seelbach. Diese kamen leider nicht auf die Strecke, weil sie bereits zur Verwertung abgebalgt waren.
Ca. 25 Mitglieder kehrten nach dem Verblasen der Strecke durch die Bläsergruppe Brunnenburg -unter der Leitung von Hornmeister Rolf Gemmer-, in die Gaststätte Hof Schauferts ein, um dort noch einige schöne Stunden zu verbringen.

Der monatliche Stammtisch ist immer am 1. Dienstag im Monat, ab 19:00 Uhr in der Gaststätte Hof Schauferts in Schönborn.

Einladung zur Hegeringversammlung:
einladung_hr-versammlung_2019.pdf

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